Der am 30. Juli in Belarus verhaftete Vitalij Shkliarov befindet sich nach Aussagen seines Anwalts nach einem Besuch bei ihm in einem gesundheitlich kritischen Zustand. Shkliarov hatte in der Vergangenheit in Russland Kandidaten der Opposition bei Wahlkämpfen beraten und engagiert sich auch in Belarus schon lange für freie und demokratische Wahlen.

Am 8. September nun stieg seine Temperatur auf 39 Grad Fieber. Sein Verteidiger berichtet, die Gefängnisleitung habe allerdings erst nach drei Tagen auf die Erkrankung reagiert, in dem sie fiebersenkende Mittel verabreichte und Bettruhe gestattete. Shkliarov selbst vermutet, er könne sich bei einem der ständig wechselnden Zellengenossen mit dem Coronavirus angesteckt haben; ein Corona-Test wurde ihm bislang aber verweigert. Außerdem, so sein Anwalt, sei ein Zeh seines Klienten gebrochenen, man habe diesen zwar geröntgt, aber nicht behandelt. Auf Nachfragen des Verteidigers, wie das passiert sei, habe Shkliarov ausweichend geantwortet - das erzähle er später.

Gegen Shkliarov wurde mittlerweile Anklage wegen Organisation, Vorbereitung oder Teilnahme an Aktionen, die die öffentliche Ordnung grob, verletzen [Artikel 342.1 StGB RB] erhoben.

15. September 2020

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