Anders als erhofft, hat einer der Richter des Obersten Gerichts der Russischen Föderation eine weitere Behandlung des Prozesses gegen Jurij Dmitriev abgelehnt.

Ende August hatte das Oberste Gericht die Akten zum Fall Dmitriev in Petrosavodsk angefordert. Daraus wurde die Hoffnung abgeleitet, der Fall werde nochmals überprüft und neu aufgerollt, und das noch laufende Revisionsverfahren in Petrosavodsk angehalten. Letzteres wurde aber fortgeführt, was bereits für Irritationen sorgte, und nur aus technischen Gründen (Krankheit des Anwalts) aufgeschoben.

Gestern, am 12. Oktober, wurde bekannt, dass Richter Abramov eine Weiterleitung der Akte ans Gericht zur Verhandlung abgelehnt hat. Laut Auskunft der Pressestelle des Gerichts sah Sergej Abramaov, der zuständige Richter, "keinen Grund, den in der Klage angeführten Argumenten zu folgen".

Die beim Stadtgericht Petrosavodsk angefragten Unterlagen (20 Bände) sind beim Obersten Gericht am 5. Oktober eingetroffen, für deren Prüfung nur vier Arbeitstage in Anspruch genommen wurden - bis zum 12. Oktober.

Damit bleibt vor allem das monströse Urteil vom September 2020, das im Februar 2021 von Kassationsgericht bestätigt worden war, in Kraft. Die anderen Anklagepunkte (in denen Dmitriev entlastet worden war) werden in Petrosavodsk weiter verhandelt. Die nächsten Gerichtstermine wurden für den 28. und 29. Oktober sowie den 1. November anberaumt.

13. Oktober 2021

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