Abgeschlossene Projekte

Biographisches Nachschlagewerk: „Die sowjetischen Geheimdienstmitarbeiter in Deutschland. Der leitende Personalbestand der Staatssicherheitsorgane der UdSSR in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands und der DDR von 1945-1954“

 

MEMORIAL International hat ein im Metropol-Verlag, Berlin, in deutscher Übersetzung erschienenes Handbuch herausgebracht, das Kurzbiographien derjenigen führenden NKWD-Funktionäre im Zeitraum von 1945-1954 enthält, die zeitweilig in der SBZ bzw. DDR eingesetzt waren. Diese Publikation ist für Deutschland von besonderer Bedeutung. Das gilt in erster Linie für Betroffene, also für Personen, die von Sowjetischen Militärtribunalen (SMT) aus politischen Gründen verurteilt wurden. Während ihres Untersuchungsverfahrens waren sie häufig mit ebendiesem Personal des NKWD konfrontiert. Von nicht geringem Interesse ist die Publikation aber auch für Historiker, die diese Zeit erforschen.

Mit Unterstützung der Bundesstiftung Aufarbeitung hat MEMORIAL dieses Handbuch in deutscher Sprache herausgebracht, es ist beim Metropol Verlag erschienen und wurde auf der Frankfurter Buchmesse 2010 vorgestellt; eine weitere Präsentation hat am 24. November 2010 um 19 Uhr in Berlin in der Bundesstiftung Aufarbeitung stattgefunden (s. http://www.stiftung-aufarbeitung.de/downloads/pdf/2010/va241110.pdf). Diese Veranstaltung kann im Internet "nachgehört" werden: http://www.stiftung-aufarbeitung.de/termine/mitschnitte.php

 

Ansprechpartner:
Vera Ammer (v.u.th.ammer@gmx.net)

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Zeitzeugenprojekt

 

Dokumentation 2005 "Schatten zwischen Belvedere und Schloss Cecilienhof"

Die Aufarbeitung der Geschichte des ehemaligen KGB-Gefängnisses in Potsdam, Leistikowstraße 1 geschieht durch die Archivierung von Quellentexten (Dokumente, Fotos, schriftliche Berichte und Erinnerungen ehemaliger Häftlinge dieses Gefängnisses), durch wissenschaftliche Kontakte zu MEMORIAL Moskau, MEMORIAL St. Petersburg, MEMORIAL Workuta und MEMORIAL Perm und durch Interviews mit ehemaligen deutschen und russischen Häftlingen, zu denen seit 1996 intensive Kontakte bestehen.

Eine Dokumentation "Schatten zwischen Belvedere und Schloss Cecilienhof" liegt seit 2007 vor. Sie enthält Kurzbiografien von über 60 ehemaligen Häftlingen des KGB-Gefängnisses. Es überwiegen in der Dokumentation deutsche Häftlinge, da der Zugang zu russischen Akten (Listen, Protokolle, Urteile usw.) äußerst schwierig ist. Die Erfassung einer größeren Zahl sowjetischer Häftlinge ist somit dringende Forschungsaufgabe - ebenso wie die Bau-/Umbau- und Nutzungsgeschichte des Hauses Leistikowstraße 1 und seines Umfeldes selbst.

MEMORIAL Deutschland e.V. hatte im ehemaligen KGB-Gefängnis Zeitzeugen-Gespräche (z.T. gemeinsam mit dem Förderverein "Gedenk- und Begegnungsstätte Ehemaliges KGB-Gefängnis e.V.")veranstaltet und Kontakt zu den Opferverbänden (UOKG) sowie zu anderen Gedenkstätten (z.B. Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen) und der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur hergestellt.
Ansprechpartner:
Jörn Grünewald: joern.gruenewald@memorial.de

 

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Jugendgefängnis bei Kolpino

MEMORIAL Deutschland beteiligte sich an der Arbeit von MEMORIAL St. Petersburg in der so genannten „Erziehungskolonie für Minderjährige“ bei Kolpino südlich von St. Petersburg.
Diese Haftanstalt wurde bereits in den 60er Jahren am Rande der Industriesiedlung Kolpino eröffnet. Die Häftlinge sind Jugendliche im Alter zwischen 14-18 Jahren, die oft wegen Bagatelldelikten mehrjährige Haftstrafen verbüßen. Ein eigenes Jugendstrafrecht gibt es in Russland bis heute nicht. Doch auch junge Gewaltverbrecher sind hier interniert. Das Gefängnispersonal ist unterbesetzt und zudem nicht ausreichend im psychologischen Umgang mit den jugendlichen Insassen geschult.
Mitarbeiter von MEMORIAL St. Petersburg engagieren sich seit 1994 in dem Jugendgefängnis. Sie begleiten entlassene Jugendliche auf ihrem Weg zurück in die Gesellschaft. Häufig haben diese direkt nach der Haftzeit weder eine eigene Unterkunft noch einen eigenen Verdienst. Mitarbeiter von MEMORIAL helfen bei der Suche nach Wohnraum, Arbeit, einem passenden Ausbildungsplatz und ermöglichen durch die Organisation gemeinsamer Besuche von Museen und Konzerten eine Integration in ein neues soziales Umfeld.
Memorial unterstützt neben den eigentlichen Häftlingen auch das Gefängnispersonal. Mit finanzieller Unterstützung der Organisation „Penal Reform International“ (dt. „Internationale Strafrechtsreform“) führt MEMORIAL Schulungen zum psychologischen Umgang mit den jugendlichen Strafgefangenen durch. Nach anfänglicher Distanz des Gefängnispersonals wurde dieses Angebot mit immer stärkerem Interesse aufgenommen, zumal es keine staatlichen Programme in diesem Bereich gibt.
In Kooperation mit MEMORIAL Deutschland wurde die Gefängnisschule wiedereröffnet und mit Unterrichtsmaterialien ausgestattet sowie ein altes Gewächshaus auf dem Gefängnisgelände wieder in Betrieb genommen. MEMORIAL Deutschland erhielt für dieses Projekt im November 2001 den mit 50.000 DM dotierten zweiten Preis für humanitäre Hilfe in Mittel- und Osteuropa der Robert-Bosch-Stiftung. Das Preisgeld wurde für die technische Instandsetzung des Gewächshauses verwendet. Für die jugendlichen Insassen bietet das Gewächshaus sinnvolle Beschäftigungsformen, gleichzeitig wird durch das angebaute Obst und Gemüse die minderwertige Gefängnisernährung aufgewertet.

Ansprechpartner:
Sebastian Priess: sebastian.priess@memorial.de