Menschenrechte / Zivilgesellschaft
1. Nachrichtenserver
MEMORIAL Deutschland informiert mit einer Auswahl von Analysen und aktuellen Artikeln über die Lage der Menschenrechte in Russland. Durch ständige Aktualisierung wächst dieses Angebot zu einem umfassenden Archiv an, das der deutschsprachigen Öffentlichkeit Informationen über die Menschenrechtslage und die Krisengebiete in Russland zugänglich macht. Daneben werden Stellungnahmen der MEMORIAL-Verbände und anderer Nichtregierungsorganisationen veröffentlicht.
Ansprechpartner:
Ulrike Mattfeldt: ulrike.mattfeldt@memorial.de
2. Bildungszentrum Nordossetien
Der Deutsch-Russische Austausch und MEMORIAL haben im Dezember 2007 den Aufbau eines Bildungszentrums im Bezirk Prigorodnyj von Nordossetien (Nordkaukasus) begonnen. In dem ländlichen Bezirk, zwischen Vladikavkas und Inguschetien gelegen, kam es 1992 zu einem kurzen, blutigen Bürgerkrieg, einer Spätfolge der willkürlichen Grenzveränderungen 1934 durch Stalin. Über 50 000 Inguschen wurden vertrieben, erst ab ca. 2001 konnten sie langsam zurückkehren. Bis heute wohnen noch Flüchtlinge in Lagern. Im Bezirk Prigorodnyj ist mehr als die Hälfte der Menschen arbeitslos. Der ethnische Konflikt schwelt weiter – er äußert sich immer wieder in Gewalttaten, vor allem aber im angespannten Alltagsgeschehen. Inguschen und Osseten leben in verschiedenen Dörfern oder sogar innerhalb eines Dorfes separiert in verschiedenen Straßen, die Kinder gehen fast überall in getrennte Schulen. Ziel von MEMORIAL und DRA ist es, in Kursen zur Gründung von Kleinstunternehmen, die für Inguschen und Osseten gemeinsam angeboten werden, den Menschen eine neue Perspektive zu geben – und zugleich die Spannungen zwischen den Volksgruppen zu verringern.
Videofilme mit Schülern und weitere Projekte
Für die ossetischen und inguschischen Kinder in den separat unterrichtenden Schulen der Siedlungen Tschermen und Tarskoje ist im Sommer 2010 ein Videowettbewerb organisiert worden:
Die Videos standen unter einem besonderen Motto - unter dem Titel „Sei Gast bei uns im Dorf“ filmen die Schüler ihr Dorf unter dem Aspekt, was sie schön an ihm finden. Später sollten die Kinder aus dem ossetischen und dem inguschischen Dorf sich gegenseitig die Filme zeigen und so die Lebenswelt der anderen ethnischen Gruppe kennenlernen. Die besten Filme wurden von einer Jury ausgezeichnet, die Schüler erhielten Preise.
MEMORIAL Deutschland hat dieses Projekt und inzwischen noch einige weitere Projekte unterstützt:
So werden im Jahr 2011 werden Mittel von MEMORIAL eingesetzt, um Lehrmittel sowie technische Hilfsmittel für einige der Schulen im Bezirk Prigorodnyj zu besorgen, mit denen MEMORIAL im Rahmen des Projekts zusammenarbeitet. Außerdem unterstützen wir ein von MEMORIAL veranstaltetes ethnisch gemischtes Jahresendfest für mehrere Schulen aus diesem Bezirk, die im Alltag nur jeweils ossetische oder inguschische Kinder unterrichten. Bei diesem Fest werden auch Ergebnisse verschiedener von MEMORIAL mit initiierter Schulzirkel vorgestellt - Fotozirkel, Theaterzirkel und andere, so dass sich die Kinder dabei einander auch besser kennen lernen.
Um uns im Rahmen der Zusammenarbeit des DRA und MEMORIAL an weiteren Einzelprojekten beteiligen zu können, sind wir auf Spenden angewiesen: Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 100 205 00, Konto-Nr: 33 200 00, Kennwort „Nordossetien“.
Weitere Informationen hier: vorstand@memorial.de
3. Fotoausstellung Langes Echo
„Langes Echo – Russland im XX. Jahrhundert: Konstanten und Variablen“ Photos
Ausstellung 2002
Internationale Gesellschaft für historische Aufklärung, Menschenrechte und soziale Fürsorge Memorial – mit Unterstützung der Heinrich Böll Stiftung (Deutschland).
Die Ausstellung geht der Frage nach, wie Mythen und Stereotypen der vergangenen Epoche
der Sowjetunion heute noch weiterwirken, wie Traditionen der totalitären Epoche wiedergegeben werden und wie die Gegenwartsgesellschaft in Russland dazu steht.
Jede Tafel wird von einem soziologischen Kommentar begleitet. Sie präsentieren Ergebnisse von Meinungsumfragen, in denen sich die heutige Sicht der Menschen in Russland auf jene Probleme und Kontinuitäten widerspiegelt, auf die diese Ausstellung aufmerksam machen möchte.
Jede Tafel zeigt bis zu 12 repräsentative Fotos aus verschiedenen Epochen der Sowjetunion, die jeweiligen Ergebnisse der Meinungsumfrage und einen erläuternden Text zu einer thematischen Frage (z.B. Dserschinski-Denkmal, „Kirche“, Zivilgesellschaft, Stalinismus, Lebensstandard, Repressionen/GULag, Militär, Tschetschenien usw.)
Die Ausstellung besteht aus 14 flexibel aufstellbaren Tafeln und wurde bisher an folgenden Orten gezeigt:
2002 im Haus der Demokratie und Menschenrechte in Berlin, Greifswalder Str.4
2002 im Ehemaligen KGB-Gefängnis in Potsdam, Leistikowstr.1
2002 im Lew-Kopelew-Forum in Köln
2003 Buchmesse Frankfurt
2005 Halle
2005 Heidelberg
2005 Juristische Fakultät der Humboldt-Universität Berlin
Die Ausstellung kann bei MEMORIAL Deutschland e.V. abgerufen werden.

