Menschenrechte / Zivilgesellschaft

1. Vorurteile ins Abseits

 

Ein deutsch-russisches Jugendprojekt gegen Antiziganismus

Wo: in Berlin und St.Petersburg.

Wann: Januar bis März 2016

    

Warum dieses Projekt?

Deutsch-Russische Aufarbeitungsprojekte zu Antiziganismus sind bisher kaum durchgeführt worden. In beiden Ländern fehlt noch immer eine umfasssende Aufarbeitung und Anerkennung der Verfolgung von Rroma in der NS-Zeit. Die Beschäftigung mit der Situation von Rroma damals und heute in dem Projekt sollte dazu beitragen, das Bewusstsein für das erlittene Unrecht zu schärfen und die Gruppe der Rroma in der Erinnerungskultur zu verankern. Dies wird als Voraussetzung dafür angesehen, die andauernde Diskriminierung der Gruppe abzubauen und sie in ihrer Identität zu stärken.

Zudem sollte in einer Zeit erheblicher Spannungen zwischen Europa und Russland der unmittelbare Kontakt zwischen Jugendlichen beider Länder einen, wenn auch kleinen, Beitrag zur europäischen Verständigung leisten. Ziel war es außerdem, die russischen Projektpartner, die mit ihrem  zivilgesellschaftlichen Engagement gegen Diskriminierung derzeit unter erheblichem Druck stehen, durch die bilaterale Zusammenarbeit zu stärken.

Wer waren die Partner?

MEMORIAL Deutschland e.V. beschäftigt sich v.a. mit der historischen Aufarbeitung der Gewaltherrschaft des Kommunismus, der Aufklärung über die aktuelle Menschenrechtssituation in Russland und der Unterstützung gesellschaftlicher Projekte der Partnerorganisationen in Russland. Die Partnerschaft zu den Deti Peterburga entstand durch langjährige Kontakte zu unserer Partnerorganisation Antidiskriminierungszentrum Memorial (ADZ Memorial), die mit Deti Peterburga eng zusammen arbeitet. Das ADZ hat sich als juristische Person,  nachdem es 2014  als „ausländischer Agent“ deklariert wurde, aufgelöst. Einige seiner Projekte führt nun Deti Peterburga fort. Von deutscher Seite arbeiten wir zusammen mit AspE, einem Berliner Verein, der seit Jahren in Neukölln erfolgreich Projekte gegen Diskriminierung von Rroma koordiniert.  So hatten wir für dieses Projekt auf beiden Seiten hervorragende Kompetenz und Expertise.

Worum ging es im Projekt?

Im Projekt beschäftigten sich die Jugendlichen in St. Petersburg und Berlin mit Herkunft, Kultur und Verfolgungsgeschichte von Roma und Sinti. Sie besuchten gemeinsam Gedenkorte von Rroma und verglichen Formen des Gedenkens in den beiden Ländern. Zudem gingen sie der Frage nach, ob Ursachen und Mechanismen der Diskriminierung von Rroma heute und damals vergleichbar sind und welche Funktion Antiziganismus in beiden Ländern haben könnte.

In einem zweiten Schritt recherchierten sie die gegenwärtige soziale Situation von Rroma in den beiden Städten. Dazu führten sie mit der Berliner Grünenabgeordneten Susanna Kahlefeld und anderen gesellschaftlichen Akteuren Gespräche zur aktuellen Situation von Rroma in ihrer Stadt. Sie lernten best-practice-Beispiele zivilgesellschaftlicher Organisationen von und für Rroma kennen und erkundeten Formen der politischen Teilhabe und des Empowerments von Rroma. Damit gingen sie der Frage nach, wie diskriminierte Gruppen mittels zivilgesellschaftlicher Aktivitäten gestärkt werden können.

Außerdem sprachen sie in St. Petersburg mit Rromastudenten und vergleichen die Lebensgeschichten von Rroma in Deutschland und Russland in Bezug auf deren gesellschaftliche Rahmenbedingungen

Welche handfesten Ergebnisse gibt es?

Die Jugendlichen erstellten mit Unterstützung von Radio Alte Feuerwache eine Radiosendung über das einwöchige Seminar in Berlin. Die gekürzte, gemafreie Fassung vermittelt einen erfrischenden Gesamteindruck von den Erlebnissen und Erkenntnissen der Jugendlichen und kann hier nachgehört werden. Das Interview mit der Berliner Grünenabgeordneten Susanna Kahlefeld ist zweisprachig hier abrufbar. In St. Petersburg entwickelten die Jugendlichen anhand ihrer Erfahrungen mit dem Thema Antiziganismus Sujets, die sie dann zu zwei kreativen, sehenswerten Stop-Motion-Videos montierten: Mein Zuhause/Мой дом und Trash/мусор.

Und so äußerten sie sich, gefragt nach ihrer Einschätzung der zweiwöchigen Jugendbegegnung:

Rückblicke der Teilnehmenden des Jugendaustauschs «Vorurteile ins Abseits» 2016

Jule

Welche Momente möchte ich vom Jugendaustausch zum Thema Antiziganismus besonders in Erinnerung behalten?

Ehrlich gesagt die Abende an denen wir zusammen gesessen haben, Karten gespielt haben und weggegangen sind.

Was hat mich vor allem erstaunt?

Die Einstellung der russischen Jugendlichen und ihre Ansichten über das Thema. Ich fand, es waren oft sehr grundlegende Meinungen. Wie, dass Menschenrechte überall immer vertreten sein müssen, also auch in sogenannten Tabors von Rroma gewahrt werden müssen. Auch die Haltung, dass eigentlich der und jede Verantwortung hat als Teil unserer Gesellschaft und somit eigentlich auch jeder und jede politisch ist. In Russland schien Antiziganismus ebenso unbekannt, wenn nicht noch unbekannter, als in Deutschland zu sein. Unsere Diskussionen in Russland mit Jugendlichen und mit Rroma-Studenten haben mir gezeigt: Diskriminierung, die geleugnet wird, ist nicht da, der erste Schritt ist, sie zu erkennen. Menschen, die keine Diskriminierung sehen wollen, diskriminieren.

Was können zukünftige Teilnehmer von diesem Jugendaustausch erwarten?

Kulturellen Austausch! Und zwar auf allen Ebenen!

Юлэ

Какие моменты во время молодёжного обмена по теме антидискриминации цыган я хотела бы особенно запомнить?

Честно говоря, это были те вечера, когда мы ходили вместе ужинать, играли в карты и посещали вечеринки.

Что удивило меня больше всего?

Отношение русских подростков и их взгляд на эту тему. Я думаю, что это были часто очень правильные мнения.
К примеру, человеческие права, всегда и везде должны быть защищены, в том числе в так называемых цыганских таборах.
У всех позиция о том, что каждый человек является частью нашего общества и несёт ответственность за него. Оказалось, что в России тема антидискриминации цыган не более известена, чем в Германии.
Также из наших разговоров с подростками из России и студентами-цыганами я сделала вывод: дискриминация, которую отрицают, существует. Первый шаг заключается в том, что её необходимо осознать. Люди, которые не хотят видеть дискриминацию, могут сами и применять её.

Что могут будущие участники этого обмена подростков ожидать?

Культурного обмена! И это во всех сферах!

Нигора

Этой зимой я совершенно случайно оказалась на конференции, посвященной проблеме, о которой я ничего до этого не знала. Проблема дискриминации цыган нечасто выходит на широкое обсуждение, поэтому этот семинар оказался отличной возможностью узнать о проблеме больше, обсудить тонкости этого вопроса с людьми, которые знакомы не только с современной обстановкой, но и с историей данной проблемы, и задуматься над проблемой дискриминации синти и рома не в стране в целом, а хотя бы, для начала, в кругу друзей.

Nigora

In diesem Sommer hatte ich das große Glück, an einem Seminar teilnehmen zu können, das sich einem Problem annahm, über das ich bisher nichts gewusst hatte. Dem Problem der Diskriminierung von Rroma wird nicht oft so viel Raum gewidmet, deshalb bot dieses Seminar eine ausgezeichnete Möglichkeit, darüber mehr zu erfahren, die Komplexität dieser Frage mit Leuten zu diskutieren, die sich sowohl mit der aktuellen Situation als auch der Geschichte dieses Problems auskennen und über die Diskriminierung von Rroma nicht nur im Land insgesamt, sondern auch mal im eigenen Freundeskreis nachzudenken.

Анна

В преддверии поездки на семинар в Берлин в моей голове витало очень много вопросов о предстоящем событии, можно сказать - некоторый страх по поводу как нас примут, как мы будем коммуницировать. Но мои страхи и опасения не оправдались. Мы попали в удивительно дружную и приветственную атмосферу. Вместе получали новые знания и делились опытом с нашими немецкими ровесниками. Это были незабываемые обсуждения и исследования. Более всего мне понравилась практическая работа - для нашей группы это было интервью с жителями и гостями Берлина на тему антидискриминации цыган. 
Такой формат семинара очень познавательный и увлекательный. Но было бы здорово добавить больше практических действий, ведь когда ты видишь положительный продукт своих действий - ты видишь результат.

Anna

Vor der Reise zum Seminar nach Berlin kreisten in meinem Kopf viele Fragen herum über das, was mich dort wohl erwarten würde. Ich hatte sogar ein wenig Sorge, ob wir wohl gut aufgenommen werden würden und wie sich die Kommunikation gestalten würde. Aber meine Ängste und Befürchtungen waren ganz umsonst. Wir wurden erstaunlich freundschaftlich und herzlich aufgenommen. Zusammen lernten wir viel Neues und tauschten uns mit unseren deutschen peers aus. Wir hatten unvergessliche Diskussionen und Recherchen. Am meisten haben mir die empirischen Teile gefallen –  unsere Gruppe führte Straßeninterviews mit Bewohnern und Gästen der Stadt zum Thema Antiziganismus.

Eine derartige Methode bei einem Seminar ist sehr erkenntnisreich und spannend. Man sollte noch viel mehr aktiv werden, denn wenn man die positiven Auswirkungen seiner Handlungen sieht, dann weiß man, wofür man etwas tut.

 

Влад

Я хочу передать "спасибо" организации MEMORIAL Deutschland, за предоставленную возможность увидеть изнутри германскую культуру. Было познавательно и интересно присутствовать на лекциях по правам цыган, в ходе которых я узнал много нового. 2 части семинара (Берлин/Санкт-Петербург) были отлично спланированы и имели качественную программу. Мне повезло, что я получил возможность участвовать в этом проекте.

Vlad

Ich danke der Organisation MEMORIAL Deutschland, dass sie es möglich gemacht hat, die deutsche Kultur von innen zu erleben. Für mich waren die Vorträge zu den Rroma spannend und erkenntnisreich, ich habe vieles erstmalig gehört. Die beiden Seminarwochen in Berlin und St. Petersburg waren hervorragend vorbereitet und hatten ein qualitativ hochwertiges Programm. Für mich war es ein großes Glück, dass ich an diesem Projekt teilnehmen durfte.

Дарья

В феврале и марте этого года посчастливилось поучаствовать в русско-немецком обмене-семинаре. Две недели еще никогда не проходили у меня так продуктивно! Ни в какой текст не уместить того, что я чувствовала после того, как семинар кончился. Такие мероприятия, как этот семинар, позволяют приоткрыть завесу перед такой сложной и малоизвестной темой, как жизнь рома. Спасибо всем организаторам, милой Марит, спасибо участникам, людям, рассказывающим нам о рома!

Daria

Ich hatte das Glück, im Februar und März an einem russisch-deutschen Austausch teilnehmen zu können. Noch nie zuvor habe ich zwei so produktive Wochen erlebt! Ich kann nicht in Worte fassen, was ich am Ende des Seminars fühlte. Veranstaltungen, wie dieses Seminar ermöglichen es, den Schleier über einem derart schwierigen und wenig bekannten Thema, wie es das Leben der Rroma darstellt, zu heben. Vielen Dank allen Organisatoren, der liebenswerten Marit, den Teilnehmenden und allen, die uns über Rroma erzählt haben!

Ульяна

Не передать словами всех впечатлений и эмоций. Хочу выразить организаторам слова благодарности за большой объем знаний по освещаемой теме, а также за созданную дружескую атмосферу среди участников! Каждый день был наполнен интересной и увлекательной программой, что позволило нам досконально разобрать проблему антицыганизма. Я очень рада, что у меня была возможность принять участие в этом семинаре!

Uljana

Alle Eindrücke und Gefühle in Worte zu fassen ist schier unmöglich! Ich möchte den Organisatoren für die umfangreiche Vermittlung des Themas sowie die freundschaftliche Atmosphäre unter den Teilnehmenden herzlich danken! Jeder Tag war angefüllt mit einem spannenden Programm, das es uns ermöglichte, uns intensiv und tiefgründig mit dem Thema Antiziganismus auseinander zu setzen. Ich bin sehr froh darüber, dass ich die Gelegenheit bekommen habe, an diesem Programm teilzunehmen!

Lisa Maria

Als ich mich für die Deutsch - Russische - Begegnung zum Thema "Antiziganismus" angemeldet hatte, war es eigentlich schon zu spät und ich hatte nicht wirklich damit gerechnet, noch angenommen zu werden. Umso mehr habe ich mich gefreut, als die E-Mail eintraf, in welcher stand, dass ich dabei war und dieses Erlebnis mitmachen durfte.

Unser erstes Treffen hatten wir in Berlin und wir haben gerade mal einen Nachmittag und Abend gebraucht, um zu einer Gruppe zusammenzuwachsen. Ich hab tolle Leute kennengelernt und die Sprachbarriere in den deutsch - russisch gemischten Zimmern wurde recht schnell überwunden. Wenn Englisch nicht mehr weiter half, dann kamen eben die Pantomimekünste zum Einsatz ;)...

Wir haben tolle Ausflüge gemacht und konnten so unsere Hauptstadt nochmal aus einer ganz anderen Perspektive kennenlernen. Wir waren zum Beispiel im Reichstagsgebäude, haben eine Organisation besucht, die Rromafamilien bei ihrem Neustart in Deutschland unterstützt, wie zum Beispiel bei der Jobsuche oder wenn die Kinder Probleme in der Schule haben. Außerdem waren wir noch im KZ Sachsenhausen, wohin im zweiten Weltkrieg auch Sinti und Roma deportiert worden waren. 

Wenn wir Freizeit hatten, dann haben wir uns gegenseitig Kartenspiele beigebracht, gelacht, wir waren shoppen und dann abends in Bars und auf Partys. Aber wir konnten uns auch über ernste Themen unterhalten, wie wir beispielsweise Putins Politik finden oder was wir als In - und Ausländer zu der Flüchtlingskrise denken. 

Es war eine wirkliche tolle Woche gewesen, in der sich schon Freundschaften gebildet hatten und die unsere Vorfreude auf St. Petersburg noch gesteigert hatte. 

Лиза Мария

Когда я записалась на немецко-русскую встречу по теме "Антидискриминация цыган", вообще-то было уже поздно и я не рассчитивала, что меня ещё примут.
Я очень обрадовалась, когда пришло письмо по электронной почте, в котором было написано, что мне можно участвовать в этой программе. Первая встреча состоялась в Берлине, и нам понадобился всего лишь один день, чтобы познакомиться и сдружиться.
Я познакомилась с классными ребятами, и языковой барьер в немецко-русском общении был быстро преодолен. Но когда мы даже по-английски не могли понять друг друга, приходилось проявлять свои умения в пантомиме ;)...
У нас были замечательные экскурсии, и мы смогли увидеть столицу Германии с другой стороны. Например мы посещали Рейхстаг и организацию, которая поддерживает цыганские семьи, помогает им устроиться в Германии, найти работу, а также помогает детям с проблемами в школе.
Кроме того мы посещали концентрационный лагерь Заксенхаузен, куда во врема Второй мировой войны депортирывали цыган.
Когда у нас было свободное время, мы играли в карты, веселились, ходили по магазинам и вечером в бары и на вечеринки.
Но мы также общались на серьёзные темы, например, какой у нас взтляд на политику Путина, или как мы относимся к наплыву беженцов.
Это была действительно потрясающая неделя, за которую появились новые друзья и предвкушение радости перед поездкой в Санкт Петербург усиливалось всё больше и больше.

Violetta

Nach der ersten Woche in Berlin war ich aufgeregt und freute mich sehr darauf, die ganze Gruppe wieder zu sehen und zudem auch noch eine so beeindruckende und tolle Stadt kennenzulernen. (...) Wir waren dann alle zusammen in einem usbekischen Restaurant essen und haben unser Wiedersehen gefeiert. (...) Es kam sofort ein familiäres Feeling auf und ich fühlte mich gleich heimisch. Unser Hostel war total süß, auch wenn man bei der Eingangstür zuerst an eine Kellertür denken könnte. In St. Petersburg ist alles viel größer und die Architektur ist sehr beeindruckend. Die Woche über haben wir sehr interessante Dinge unternommen und besprochen. Wir haben in der Schwedischen Kirche nahe des Newsky Prospekt sehr viel über die Roma in ganz Europa erfahren und somit konnten meinerseits noch einige Fragen beantwortet werden. Wir haben das Drehbuch für einen Cartoon geschrieben und überlegt mit welchen Mitteln wir unsere Ideen bezüglich der Roma in ganz Europa und der Vourteile, die immer noch über sie herrschen, am besten rüber bringen können. Anschließend haben wir den Cartoon mit der Stop - Motion Technik gefilmt und später dann zusammengeschnitten. Wir wollten mit unseren Filmchen auf diese Problematik aufmerksam machen. Es war eine sehr schöne Woche mit guten Freunden, wunderbaren neuen Erfahrungen, sehr langen Spaziergängen ;) und coolen Partys wie sie nur in Russland stattfinden können. Ich bin sehr dankbar für diese Erfahrung und empfehle es jedem, der offen für neue Erlebnisse ist und vielleicht auch mit seinen eigenen kleinen Vorurteilen im Kopf aufräumen möchte.

Виолетта

После первой недели в Берлине я была рада увидеть опять всю группу, а также познакомиться с таким впечатляющим и потрясающим городом. Уже сама поездка была приключением ;)

После немного тряского полета мы поехали на общественном транспорте в хостел, в центр города. Если ехать на метро, тогда надо привыкнуть к тому, что надо достаточно долго подниматься или спускаться на эскалаторе, так как туннели находятся примерно 100 метров под землёй (я думаю, если эскалатор как-нибудь сломается, дневной фитнес отменяется ;) А ещё люди выходят из дверей, находящихся в стенах. Было здорово увидеться опять со всеми. Мы все вместе пошли в узбекский ресторан и праздновали нашу встречу. Хозяева дали нам традиционную одежду и головные уборы, в которые мы переоделись. Сразу почувствовалась семейная атмосфера, я чувствовала себя как дома. Наш хостел был очень милый, несмотря на то что дверь выглядела как вход в подвал. В Санкт-Петербурге все гораздо больше, и архитектура очень впечатляет. На протяжении этой недели мы занимались очень интересными делами и много чего обсуждали. В Шведской церкве около Невского проспекта мы узнали много о цыганах во всей Европе, я получила ответы на многие мои вопросы. Мы написали сценарий мультфильма и думали о том, какими способами мы могли бы помочь положению цыган в Европе, а ещё о том, как бороться с предрассудками, которые всё ещё существуют. Затем мы снимали мультфильм с помощью особой техники. С помошью этого короткого фильма мы хотели обратить внимание на данную проблему. Прошла отличная неделя с друзьями, прекрасным новым опытом и очень длительными прогулками ;) И, конечно же, крутыми вечеринками, какие бывают только в России... Я очень благодарна за этот опыт и рекомендую такие семинары каждому, кто готов (-а) к чему-то новому и хочет избавиться от предрассудков в своей голове.

Wolfram

Der Jugendaustausch war für mich eine wirklich bis dahin einzigartige Erfahrung. Die zahlreichen Eindrücke, Informationen, Gespräche und Unternehmungen haben diese beiden Wochen zu einer sehr nahrhaften Zeit für den Geist gemacht. Die Gruppe war sehr harmonisch und es hat mir sehr viel Spaß gemacht, mich mit jedem einzelnen zu unterhalten. Vor allem war es interessant, wie zwei verschiedene Kulturen über ein Thema diskutieren und wie viel dabei herauskommen kann.

Alles in allem ein wirklich tolles und sehr gelungenes Projekt!

Волфрам

Молодёжный обмен стал для меня поистине уникальным опытом. Бесчисленные впечатления, различная информация, разговоры и поездки за эти две недели стали настоящей пищей для ума. У нас была замечательная группа, и для меня было большим удовольствием общаться с каждым из участников и участниц. Прежде всего, было интересно, как люди из двух разных культур дискутируют по данной теме, и как много может из этого получиться. В общем и целом, это действительно замечательный и удачный проект!

Das Projekt wird gefördert im Programm EUROPEANS FOR PEACE der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ). 
Diese Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung der Stiftung EVZ dar. Für inhaltliche Aussagen trägt der Autor die Verantwortung.

 

 

 

 

2. Bildungszentrum Nordossetien

Der Deutsch-Russische Austausch und MEMORIAL haben im Dezember 2007 den Aufbau eines Bildungszentrums im Bezirk Prigorodnyj von Nordossetien (Nordkaukasus) begonnen. In dem ländlichen Bezirk, zwischen Vladikavkas und Inguschetien gelegen, kam es 1992 zu einem kurzen, blutigen Bürgerkrieg, einer Spätfolge der willkürlichen Grenzveränderungen 1934 durch Stalin. Über 50 000 Inguschen wurden vertrieben, erst ab ca. 2001 konnten sie langsam zurückkehren. Bis heute wohnen noch Flüchtlinge in Lagern. Im Bezirk Prigorodnyj ist mehr als die Hälfte der Menschen arbeitslos. Der ethnische Konflikt schwelt weiter – er äußert sich immer wieder in Gewalttaten, vor allem aber im angespannten Alltagsgeschehen. Inguschen und Osseten leben in verschiedenen Dörfern oder sogar innerhalb eines Dorfes separiert in verschiedenen Straßen, die Kinder gehen fast überall in getrennte Schulen. Ziel von MEMORIAL und DRA ist es, in Kursen zur Gründung von Kleinstunternehmen, die für Inguschen und Osseten gemeinsam angeboten werden, den Menschen eine neue Perspektive zu geben – und zugleich die Spannungen zwischen den Volksgruppen zu verringern.

 

Videofilme mit Schülern und weitere Projekte

Für die ossetischen und inguschischen Kinder in den separat unterrichtenden Schulen der Siedlungen Tschermen und Tarskoje ist im Sommer 2010 ein Videowettbewerb organisiert worden:

 

Die Videos standen unter einem besonderen Motto - unter dem Titel „Sei Gast bei uns im Dorf“ filmen die Schüler ihr Dorf unter dem Aspekt, was sie schön an ihm finden. Später sollten die Kinder aus dem ossetischen und dem inguschischen Dorf sich gegenseitig die Filme zeigen und so die Lebenswelt der anderen ethnischen Gruppe kennenlernen. Die besten Filme wurden von einer Jury ausgezeichnet, die Schüler erhielten Preise.

 

MEMORIAL Deutschland hat dieses Projekt und inzwischen noch einige weitere Projekte unterstützt:

So werden im Jahr 2011 werden Mittel von MEMORIAL eingesetzt, um Lehrmittel sowie technische Hilfsmittel für einige der Schulen im Bezirk Prigorodnyj zu besorgen, mit denen MEMORIAL im Rahmen des Projekts zusammenarbeitet.

 

Außerdem unterstützen wir ein von MEMORIAL veranstaltetes ethnisch gemischtes Jahresendfest für mehrere Schulen aus diesem Bezirk, die im Alltag nur jeweils ossetische oder inguschische Kinder unterrichten. Bei diesem Fest werden auch Ergebnisse verschiedener von MEMORIAL mit initiierter Schulzirkel vorgestellt - Fotozirkel, Theaterzirkel und andere, so dass sich die Kinder dabei einander auch besser kennen lernen.

 

Um uns im Rahmen der Zusammenarbeit des DRA und MEMORIAL an weiteren Einzelprojekten beteiligen zu können, sind wir auf Spenden angewiesen: Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 100 205 00, Konto-Nr: 33 200 00, Kennwort „Nordossetien“.
Weitere Informationen hier: vorstand@memorial.de

3. Fotoausstellung Langes Echo

„Langes Echo – Russland im XX. Jahrhundert: Konstanten und Variablen“ Photos

Ausstellung 2002
Internationale Gesellschaft für historische Aufklärung, Menschenrechte und soziale Fürsorge Memorial – mit Unterstützung der Heinrich Böll Stiftung (Deutschland).

Die Ausstellung geht der Frage nach, wie Mythen und Stereotypen der vergangenen Epoche
der Sowjetunion heute noch weiterwirken, wie Traditionen der totalitären Epoche wiedergegeben werden und wie die Gegenwartsgesellschaft in Russland dazu steht.
Jede Tafel wird von einem soziologischen Kommentar begleitet. Sie präsentieren Ergebnisse von Meinungsumfragen, in denen sich die heutige Sicht der Menschen in Russland auf jene Probleme und Kontinuitäten widerspiegelt, auf die diese Ausstellung aufmerksam machen möchte.

Jede Tafel zeigt bis zu 12 repräsentative Fotos aus verschiedenen Epochen der Sowjetunion, die jeweiligen Ergebnisse der Meinungsumfrage und einen erläuternden Text zu einer thematischen Frage (z.B. Dserschinski-Denkmal, „Kirche“, Zivilgesellschaft, Stalinismus, Lebensstandard, Repressionen/GULag, Militär, Tschetschenien usw.)

Die Ausstellung besteht aus 14 flexibel aufstellbaren Tafeln und wurde bisher an folgenden Orten gezeigt:

2002 im Haus der Demokratie und Menschenrechte in Berlin, Greifswalder Str.4
2002 im Ehemaligen KGB-Gefängnis in Potsdam, Leistikowstr.1
2002 im Lew-Kopelew-Forum in Köln
2003 Buchmesse Frankfurt
2005 Halle
2005 Heidelberg
2005 Juristische Fakultät der Humboldt-Universität Berlin

Die Ausstellung kann bei MEMORIAL Deutschland e.V. abgerufen werden.