Ort: Pariser Platz, Berlin
Zeit: 24. August, 16.30-17.30

Die Ukraine begeht am 24. August 2015 ihren 24. Unabhängigkeitstag. Diesen Jahrestag begeht die Ukraine im Zustand des Krieges, den Russland in der Ukraine führt. Nach Angaben des UNHCR (Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen) leiden darunter mindestens 1.414.800 Binnenflüchtlinge und 927.500 Menschen, die in andere Staaten aus den Kriegsgebieten flüchten mussten (Stand: 31.07.2015).

Anlässlich dieses Datums werden Berliner, die sich für eine freiheitliche, demokratische und rechtsstaatliche Ukraine engagieren, am Brandenburger Tor aus Texten von 24 ukrainischen Autoren auf Deutsch und Ukrainisch lesen. Die Vorleser sind Deutsche, Ukrainer, Russen und andere Berliner, denen die Ereignisse in der Ukraine nicht gleichgültig sind.

"Obwohl wir eine lange Geschichte als ein europäisches Land haben, sind wir auf den ‚mentalen Karten‘ der Europäer nicht so richtig präsent", erklären die Initiatoren der Veranstaltung. "Wir möchten mit dieser Aktion zeigen, dass es in der Ukraine viel mehr gibt als Krieg, die Klitschkos und Tschernobyl – wir haben eine reiche Kultur, die wir den Berlinern an diesem Nachmittag mit einer kleinen Auswahl von 24 Autoren aus der Ukraine präsentieren werden."
Vorgetragen werden vor allem Gedichte, Stücke und Prosa von zeitgenössischen Autoren aus der Ukraine, wie Serhij Zhadan, Jurij Andruchowytsch und Natalka Sniadanko. Eine besondere Rolle an dem Tag werden Werke von Oleh Senzow spielen, die von seiner Übersetzerin, Irina Bondas, vorgetragen werden. Oleh Senzow ist ein ukrainischer Regisseur und Maidan-Aktivist von der Krim, der im Mai 2014 rechtswidrig vom russischen Geheimdienst von der Krim nach Russland verschleppt wurde und sich seitdem in russischer Untersuchungshaft befindet. Ihm wird "Terrorismus" vorgeworfen – einen Vorwurf, den sowohl er als auch sein Anwalt vehement bestreiten. Das Urteil im Fall Senzow wird am 25.08.2015 in Russland verkündet. Mit der Lesung eines Auszuges aus seinem Theaterstück "Nummern" wollen wir auf sein Schicksal, sowie die Schicksale von vielen politischen Gefangenen aus der Ukraine in Russland aufmerksam machen.

Außerdem werden die Berliner mit ukrainischen Autoren bekannt gemacht, die eine wichtige Rolle in der Geschichte der Ukraine gespielt haben, wie Taras Schewtschenko und Mykola Chwylowyj. Chwylowyjs Werk "Ja (Romantyka)" wird Iwan Kulnew, ein in Berlin lebender Historiker und Künstler aus Russland, auf Ukrainisch vorlesen.

Pressekontakt
Initiativgruppe "Ukrainians in Berlin"
Oleksandra Bienert
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