Film über den Umgang des Putinschen Russland mit seiner stalinistischen Vergangenheit

Am 3. Mai um 22.45 wird im RBB ein 45minütiger Film von Kerstin Nickig über die GULAG-Gedenkstätte Perm-36 ausgestrahlt.
Es handelt sich um eine Gemeinschaftsproduktion von Time Prints und dem Rundfunk Berlin-Brandenburg, die von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert wurde. (Zu einem Kurzfilm zum Thema, ebenfalls von Kerstin Nickig, Infos hier)

Nachfolgend zur Information der Pressetext:

Wie erinnert man sich heute in Russland an den GULAG, das repressive sowjetische Lagersystem, in dem unter Stalin bis zu 18 Millionen Menschen zu Zwangsarbeit gezwungen wurden? Während unter Chruschtschow und dann in den 90er Jahren viele Opfer rehabilitiert wurden und eine Vergangenheitsaufarbeitung langsam begann, dreht sich heute das Rad der Geschichte wieder zurück: In von Putin neu eingeführten Geschichtsbüchern wird Stalin wieder ein “effektiver Manager” genannt und nach Umfragen glauben heute 42% der Russen, die Stalinschen Repressionen seien notwendig für den Aufbau des Landes gewesen. Doch es gibt auch Menschen, die es wagen, politische Verbrechen beim Namen zu nennen, nach Opfern wie nach Tätern zu fragen und die ihre eigenen Wege suchen, deren Erinnerung zu bewahren - fürs Heute.

Unser Filmteam besucht die einzige GULAG-Gedenkstätte Russlands, die sich auf dem Gelände eines authentischen Straflagers für politische Gefangene befindet: Perm-36. Die Gedenkstätte für die Geschichte politischer Verfolgung Perm 36 im Permer Gebiet wurde 1994 von ehemaligen politischen Gefangenen und kritischen Historikern aus dem Umfeld der Bürgerrechtsorganisation Memorial gegründet und ist nun zum Zentrum eines heftigen gesellschaftlichen Konfliktes um die “richtige” Darstellung von Geschichte geworden: Waren die Häftlinge des Lagers Perm-36 zurecht verurteilte Vaterlandsverräter oder Opfer eines Unrechtsregimes? Seit die Gedenkstätte 2015 seinen Gründern aus der Hand genommen und verstaatlicht wurde, wird sie konzeptionell neu ausgerichtet. Nun kommen auch die Lageraufseher zu Wort.

In Gesprächen mit ehemaligen Lageraufsehern, Neostalinisten, Bürgerrechtsaktivisten und dem ehemaligen Häftling und Mitbegründer der Gedenkstätte Sergej Kovaljov spürt der Film den sehr verschiedenen Sichtweisen auf die Geschichte des GULAG und der politischen Verfolgung in Russland nach.

Pressekontakt:
Kerstin Nickig
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0176 80117944

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