Der Politische Gefangene Asat Miftachov hat darüber berichtet, dass er im Besserungslager Nr. 18 „Poljarnaja Sova“ erneut gefoltert wird.
Mitarbeiter und andere Gefangene verlangten, dass er ihre Anweisungen befolgt, darunter auch die, die Toiletten zu reinigen. Nachdem er sich geweigert habe, sei er geschlagen und zu Boden gestoßen worden. Man habe seine Füße mit Klebeband gefesselt, ihn mit einem Holzhammer auf die Fußsohlen geschlagen und außerdem mit Stromstößen traktiert. Die Lagerangestellten hätten zudem mit Vergewaltigung gedroht und vollständige Unterwerfung gefordert. Als er sich geweigert habe, fuhren sie mit der Gewaltanwendung fort.
Wir erinnern daran, dass der über die Landesgrenzen Russlands hinaus bekannte Mathematiker bereits seit dem 1. Februar 2019 in Haft ist. Man hatte ihm vorgeworfen, in einen Sprengstoffanschlag verwickelt zu sein, später hieß es, er habe ein Fenster in einem Gebäude von „Edinaja Rossja“ eingeschlagen, seine Schuld hatte er nicht anerkannt. Schon einmal, direkt nach seiner Festnahme, war ihm laut Aussagen seiner Anwältin mit Vergewaltigung und Folter gedroht worden, Folterspuren ließen sich damals nachweisen.
Im September 2023 sollte Miftachov aus der Haft entlassen werden. Er wurde jedoch umgehend erneut in Untersuchungshaft genommen, ein neues Verfahren wurde eingeleitet wegen angeblicher „Rechtfertigung von Terrorismus“. Am 28. März 2024 wurde er schließlich erneut verurteilt: vier Jahr Haft in strengem Vollzug.