Vor einer Woche wurde Jurij Dmitriev aus der Untersuchungshaft in Petrosavodsk, wo er mit kurzer Unterbrechung die letzten fünf Jahre verbracht hatte – während der Dauer seines Verfahrens - in eine Strafkolonie abtransportiert. Am 15. März urteilte die letzte Instanz, und damit wurde das Strafmaß – 15 Jahre Haft – rechtskräftig. Da die Untersuchungshaft angerechnet wird, stehen ihm davon noch zehn Jahre bevor.

Am 28. März traf er in der Strafkolonie in Nadvoizy (Karelien) ein (Anfang der 1930er Jahre hatte sich hier zeitweilig die Verwaltung des Belbaltlag befunden). Allerdings wurde er bereits am 6. April wieder von dort weggebracht. Offenbar soll er nach Javas (Mordvinien) transportiert werden. Wann er dort eintreffen wird, ist unbekannt.

 

Damit wird er aber seine Haft aber weit entfernt von allen Freunden und Angehörigen verbüßen müssen. „Es sind bekannte Lager, in der Literatur sind sie reichlich beschrieben worden“, schrieb er in einem Brief an Verwandte. In den mordvinischen Kolonien waren zu sowjetischen Zeiten bekannte Bürgerrechtler inhaftiert, darunter Anatolij Martschenko, Julij Daniel, Jurij Galanskov und Kronid Ljubarskij.

8. April 2022

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