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13. Oktober 2016
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Trotz ihres hohen Alters war Frau Cram immer in Bewegung – wie ihre Gedanken auch. Und in fröhlicher Selbstdisziplin legte sie selbst lange Strecken mit dem Fahrrad zurück, um fit zu bleiben.
Frau Cram hat mit ihrem Leben gezeigt, dass individuelles Handeln wichtig ist, und dass es auf die Person selbst ankommt.
Ihr Haus stand immer für Memorial offen. Ob sie die russischen Musiker der Benefizkonzerte beherbergte, Mitgliederversammlungen und andere Treffen organisierte oder thematische Abende gab, bei denen jeweils ein Gast im Mittelpunkt stand – immer waren wir ihr willkommen. Sie interessierte sich für historische und politische Zusammenhänge, aber vor allem für die Menschen, die deren Folgen zu tragen haben, und fragte hartnäckig und voller Wissbegier nach. Wie oft haben wir diese unglaubliche Gastfreundschaft genossen. Mit ihr gab Frau Cram allem eine persönliche Note – was für ein Geschenk!
Und sie hatte ein großes Zutrauen in Menschen, in ihre Möglichkeiten und Fähigkeiten.
Frau Cram war eine Förderin und eine Ermöglicherin: sie bot vielen – gerade jungen – Menschen Freiräume, in denen sie sich ausprobieren und entwickeln konnten. Und sie brachte Menschen zusammen. Dabei achtete sie immer auf ein ausgewogenes Miteinander; Altruismus, der das Gegenüber in hilfloses Angewiesensein drängt, war ihre Sache nicht. Sie wollte gern Neues erfahren, ihr Russisch pflegen, Musik hören und freute sich über jede Gesellschaft, die dazu beitrug.
Auf Dank kam es Frau Cram nicht an – Dankesworte machten sie eher verlegen. In dem, was sie für richtig befand und deshalb tat, wußte sie sich getragen von dem, dem sie vertraute – das genügte ihr.
Unermüdlich stritt Frau Cram für die sozialen Belange unserer Arbeit. Wir werden ihr Andenken ehren, indem wir dieses Vermächtnis annehmen und weitertragen.
Memorial wird ohne Frau Cram ein anderes sein. Wir vermissen sie sehr.
Margret Cram mit Wladimir Schnittke
Mitgliederversammlung von MEMORIAL Deutschland bei Margret Cram (im Bild links)
Margret Cram mit Wladimir Schnittke und Jan Plamper
MEMORIAL-Treffen mit Wladimir Schnittke bei Margret Cram (im Bild links)
12. September 2016
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Margret Cram hat sich über zwei Jahrzehnte unermüdlich für MEMORIAL engagiert, insbesondere für MEMORIAL Petersburg. Sie organisierte regelmäßig (ein- bis zweimal jährlich) Benefizkonzerte in Berlin und Umgebung. Darüber hinaus bot in ihrem Haus Raum für unzählige unserer Begegnungen - für unsere Mitgliederversammlungen, vor allem aber auch für Diskussionen mit Memorial-Mitgliedern und Menschenrechtsaktivisten aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion, die immer wieder auf ihre großzügige Gastfreundschaft zurückgreifen und bei ihr übernachten konnten.
Ein Nachruf folgt.
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Heute fand in Moskau im Haus des Kinos unter großer Beteiligung und mit internationalen Gästen die Preisverleihung zum Schülerwettbewerb „Der Mensch in der Geschichte – Russland im 20. Jahrhundert“ statt, den MEMORIAL seit etlichen Jahren mit einer Reihe von Partnerorganisationen durchführt. Schüler, deren Arbeiten ausgezeichnet wurden, waren aus 28 russischen Regionen angereist.
Vor dem Gebäude hatten sich über zwanzig Hooligans versammelt, die der „Nationalen Befreiungsbewegung“ (NOD) und der „eurasischen Jugendorganisation“ angehören, mit sowjetischen Fahnen, Georgsbändern und zum Teil in Militäruniformen. Sie wollten gegen die Veranstaltung und das Projekt protestieren, das nach ihrer Auffassung die russische Geschichte verfälscht und aus dem Ausland finanziert wird. Zu den Sponsoren des Schülerwettbewerbs gehören übrigens sowohl die Stadt Moskau als auch der Präsidentenfonds.
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In Deutschland Sinti und Roma – in Russland Zigeuner: Wer sind sie, wo kommen sie her und warum werden sie diskriminiert? Das Deutsch-Russische Jugendaustauschprojekt „Vorurteile ins Abseits“ zu Antiziganismus in Deutschland und Russland ging diesen Fragen bei jeweils einwöchigen Seminaren in Berlin und St.Petersburg nach.
Die Jugendlichen sprachen mit der Berliner Grünen-Politikerin Susanna Kahlefeld über die Strukturen von Diskriminierung gegen zugewanderte Rroma in Berlin, informierten sich bei einer Podiumsdiskussion in der Humboldt-Universität über die Situation der Rroma in der Ostukraine, erfuhren in der Gedenkstätte Sachsenhausen von der Verfolgung der Sinti während der NS-Zeit, unterhielten sich mit russischen Stipendiaten des Roma Education Fund über ihr Leben und Diskriminierungserfahrungen, sahen Dokumentarfilme zu Tabors, den sog. „Zigeunersiedlungen“, im Nordwesten Russlands, erfuhren von staatlichen Übergriffen auf diese Siedlungen, hörten von der sich über Jahrhunderte hinziehenden Wanderungsbewegung von Rroma aus Indien über Spanien und den Balkan bis nach Russland... und zogen für sich den Schluss, dass es zahlreiche Gruppen und Untergruppen von Rroma gibt, von denen manche sich ähneln, andere wiederum völlig eigenständig in Sprache, Herkunft und Kultur sind, dass Antiziganismus in beiden Ländern sehr unterschiedliche Hintergründe und Ausprägungen hat und dass - wie so oft im echten Leben - alles viel komplexer und vielschichtiger ist, als zunächst gedacht.
Mehr Informationen über die Begegnung in Berlin auf Radio Alte Feuerwache: https://www.dropbox.com/s/y9oaqad5z732…/antiziganismus1.MP3…
https://www.dropbox.com/s/rul93d14l…/antiziganismus%202.MP3…
Die Organisatoren danken der Stiftung EVZ für die finanzielle Förderung des Projekts!